Die Künstlerin Cordula Güdemann und den Schriftsteller Peter O. Chotjewitz verbinden keine gemeinsamen Projekte, dafür aber ihre Kinder und die Freude am Erkennen und Erkunden ihres „Andersseins“.

Wer bist Du?

Glauben Sie, dass es Zufall ist, dass Sie beide im Künstlerischen Ihre Berufung gefunden haben?

Cordula Güdemann: Zum Thema Zufall verweise ich auf Karl Valentin: „So ein Zufall"
Peter O. Chotjewitz: Sicher nicht. Bestimmte Anlagen werden einem in die Wiege gelegt, wo man nach ihnen suchen muss. Lange Zeit glaubte ich, in mir eine gewisse Veranlagung zum Musikalischen zu verspüren. Dass ich für die bildende Kunst keine Begabung habe, war von Anfang an klar. Eine Weile meinte ich auch, das Schicksal habe mir die Philosophie bestimmt. Die Entscheidung für die Denkfigur des literarischen Flaneurs und nach Bildung strebenden Epikureers fiel danach fast zwangsläufig dank glücklicher Umstände.

 


Wie würden Sie Ihre künstlerische Beziehung charakterisieren?

Cordula Güdemann: Wir brauchen keinen Eheberater!
Peter O. Chotjewitz: Stimmt! Aber im Ernst: ich denke Liebe, Sympathie zuvörderst. Da ich die Malerei immer geliebt habe, fühlte ich mich oft zu den Malern hingezogen. Mit einer so interessanten und begabten Malerin wie meiner Frau fast täglich zusammen zu sein, befreit mich von der Langeweile des Lebens. Wir reden viel über Kunst und die Gespräche mit ihr haben meine Kenntnisse vom so andersartigen Denken und Fühlen einer echten Malerin sehr vertieft...

Gibt es gemeinsame Projekte/Engagements, wenn ja, was nehmen Sie mit aus gemeinsamen Engagements und was ist schwierig bei solchen?

Cordula Güdemann: Einige, aber jeder hat so viel eigene Arbeit, dass die gemeinsamen Projekte meistens Träume bleiben. So träumt man schön.
Peter O. Chotjewitz: Wir sprachen oft darüber, etwas gemeinsam zu machen, aber es kam nie zur Ausführung und das wird wohl auch so bleiben. Ich bin fast autistisch und frage mich, wie viel von dem, was ich denke und beabsichtige überhaupt nach außen dringt. Ich maße mir nicht an, verstanden zu werden und fürchte auch, dass ich meine Frau kaum verstehe. Im Grunde schreibe ich nur für mich...


Service:
Peter O. Chotjewitz 1955 Abitur, danach Jurastudium in Frankfurt und München. Ab 1961 Zweitstudium in den Fächern Publizistik, Geschichte und Philosophie an der Freien Universität Berlin. Von 1967 bis 1973 Stipendiat der Villa Massimo in Rom. 1975 Eröffnung einer Anwaltspraxis in Deutschland. Politisch stark engagiert. Ab 1995 als freier Schriftsteller in Stuttgart ansässig. 1969 Georg-Mackensen Literaturpreis, 2001 Literaturpreis der Stadt Stuttgart. Mitglied des Verband Deutscher Schriftsteller und des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland.

Cordula Güdemann 1955 geboren in Wehr/Baden. 1975-1980 Studium an den Kunstakademien Karlsruhe und Düsseldorf. 1985 Villa Romana-Preis. 1987 Arbeitsstipendium des Kunstfonds e.V. Bonn, Karl Schmidt-Rottluff-Stipendium. 1988 Villa Massimo-Preis (1990-1991). 1995 Professur für Malerei an der
Staatl. Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Lebt und arbeitet in Stuttgart.


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